Die meisten Menschen unterschätzen, welche enormen Energiemengen moderne Fahrzeuge mit sich führen. Während bei Hochvoltbatterien häufig über Spannungen von bis zu 800 Volt gesprochen wird, gerät oft in Vergessenheit, dass auch konventionelle Kraftstoffe enorme Energiespeicher darstellen.

Ein typischer Benzintank eines Pkw enthält rund 550 kWh Energie – das entspricht etwa der siebenfachen Energiemenge einer 80-kWh-Hochvoltbatterie eines Elektrofahrzeugs. Ein Diesel-Lkw transportiert mit einem 500-Liter-Tank sogar rund 5.000 kWh chemische Energie.

Der Vergleich zeigt gleichzeitig, wie effizient elektrische Antriebe arbeiten: Obwohl die Batterie eines Elektrofahrzeugs deutlich weniger Energie speichert als ein voller Kraftstofftank, erreicht das Fahrzeug vergleichbare Reichweiten. Der Grund dafür ist der wesentlich höhere Wirkungsgrad des elektrischen Antriebs, der einen deutlich größeren Anteil der gespeicherten Energie tatsächlich in Bewegung umsetzt.

Typische Energieinhalte verschiedener Energiespeicher

EnergiespeicherTypische GrößeTypischer Energieinhalt
12-V-Batterie60–100 Ah0,7–1,2 kWh
48-V-Batterie0,5–2 kWh0,5–2 kWh
Hybridbatterie (HEV)1–3 kWh1–3 kWh
Plug-in-Hybrid-Batterie (PHEV)10–30 kWh10–30 kWh
Hochvoltbatterie Pkw (400 V)60–100 kWh60–100 kWh
Hochvoltbatterie Pkw (800 V)80–120 kWh80–120 kWh
Hochvoltbatterie Bus/Lkw300–700 kWh300–700 kWh
Benzintank50–70 l450–630 kWh
Dieseltank Pkw50–80 l500–800 kWh
Dieseltank Lkw400–600 l4.000–6.000 kWh
Wasserstofftank Pkw (700 bar)5–7 kg165–230 kWh
Wasserstofftank Bus/Lkw (350 bar)30–60 kg1.000–2.000 kWh

Vergleich der Energiemengen

SystemTypischer Energieinhalt
12-V-Batterieca. 1 kWh
Mild-Hybrid (48 V)ca. 1 kWh
Hybridfahrzeugca. 2 kWh
Plug-in-Hybridca. 20 kWh
Elektrofahrzeugca. 80 kWh
Wasserstoff-Pkwca. 180 kWh
Benzin-Pkwca. 550 kWh
Diesel-Lkwca. 5.000 kWh

Fazit: Unabhängig davon, ob die Energie in einer Batterie, einem Wasserstofftank oder einem Kraftstofftank gespeichert wird – alle Energiespeicher erfordern einen sachgerechten und sicheren Umgang. Die Kenntnis der tatsächlich gespeicherten Energiemengen hilft dabei, Risiken richtig einzuschätzen und gleichzeitig die hohe Effizienz moderner Elektrofahrzeuge besser zu verstehen.